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Montag, 15. Mai 2017

Portrait #9: Luca Obertüfer von Openki

Von Nicole Klotz 

Luca Obertüfer arbeitet auf freiwilliger Basis für Openki. Durch die Autonome Schule Zürich ist er auf das Projekt aufmerksam geworden und seither neben Urban, Stephan und nochmals Urban ein fester Teil des Kernteams. Nebenbei geht Luca immer mal wieder Gelegenheitsjobs nach und hält seine Lebenskosten tief, um sich hauptsächlich Projekten wie Openki zu widmen oder an der autonomen Schule mitwirken zu können. Ich habe Luca im Atelier von Openki im Sihlquai 131 besucht und habe ihn für unsere Blogserie zum Thema Arbeit 2.0 interviewt:

 

Was ist Openki?

Openki ist ein Opensource Werkzeug und eine Plattform für selbstorganisierte Bildung, also um Kurse zu organisieren, sowie zur Vernetzung von Angeboten, Räumen und Kapazitäten im Bereich von selbstorganisiertem Lernen. Vernetzung hat dabei unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen können auf unserer Plattform Räume eingetragen werden, in welchen beispielsweise ein Kurs organisiert werden kann. Vernetzung aber auch in dem Sinn, dass auf der Plattform Leute gefunden werden können, die Inhalte moderieren oder bei der Organisation eines Angebotes mithelfen können. 

Ebenfalls können über die Plattform Personen gefunden werden, welche an einem Angebot teilnehmen möchten.

Es gibt auch Gruppen auf Openki, welche sich kurz präsentieren und ihr Angebot auf der Plattform zeigen können. Durch Openki soll daher auch eine Vernetzung zwischen Angeboten von verschiedenen Personen/ Gruppen möglich werden.

 

Welche Ziele hat Openki?

Openki möchte einen Beitrag dazu leisten, dass sich etwas im Bereich der Bildung ändert, dass Bildung aus dem kommerziellen Rahmen rausgenommen und von Abhängigkeiten gelöst wird. Dies im Bezug auf die Art wie Bildung gemacht wird, wie Bildungsangebote entstehen und wie Bildung bezogen werden kann. Bildung soll selbstorganisierter und unabhängiger werden. 

Ein weiteres Ziel ist die Vernetzung der vielen bereits bestehenden Angeboten und den vorhandenen Bestandteilen wie Räume und Leute, sodass mehr Austausch stattfinden kann. 

Im Bezug auf die Plattform ist sicherlich die Selbstorganisation ein grosses Ziel. Wir arbeiten darauf hin, dass Openki automatisch und selbstständig genutzt wird. Derzeit sind wir aber noch an einem Punkt, an welchem aktiv auf Gruppen, Partnerorganisationen und einzelne Leute zugegangen werden muss, damit diese ihre Räume, Angebote oder  Ideen für Kurse auf die Plattform stellen.

 

Wie finanziert ihr Openki?

Wir arbeiten alle auf freiwilliger Basis am Projekt, daher unentgeltlich. Dennoch trägt Openki Kosten mit sich, wie beispielsweise die Miete für unseren Raum hier im Sihlquai. Die Miete ist tief, was entgegenkommend ist. Denn ein Projekt, welches auf Freiwilligenarbeit basiert und keine finanziellen Gewinne anstrebt, kann nur mit einer geringen Fixkostenbelastung am Laufen gehalten werden. Die Kosten werden bisher hauptsächlich durch Spenden gedeckt. Diese stammen unter anderem von Organisationen die Openki benutzen aber auch von Leuten, welche Openki unterstützenswert finden. Wir haben auch schon versucht über Stiftungen an Unterstützungsgelder zu kommen, dies ist aber ein sehr langwieriger Prozess und bisher haben wir diesbezüglich noch nichts erreicht. 

 

Was ist deine persönliche Motivation um bei Openki mitzuarbeiten?

Meine persönliche Motivation hängt mit dem Ziel zusammen, mit Openki eine Veränderung in der Bildung zu erreichen. Es tut gut ein Teil von Openki zu sein und bei der Entwicklung der Plattform dabei sein zu können. An Openki finde ich aber auch sehr spannend, dass es ein digitales Werkzeug ist, welches neue Formen von Organisation und Vernetzung ermöglicht. 

Zu meiner Motivation trägt ebenfalls bei, dass ich durch das Mitwirken bei Openki vieles, vor allem über die technische Seite, lernen kann. 

 

Was siehst du an deiner Arbeitsform kritisch oder macht dir etwas Angst?

Ich mache mir nicht gross Gedanken über Unsicherheiten oder Risiken. Natürlich bringt Freiwilligenarbeit mehr Risiken mit sich. Beispielsweise ist es risikobehafteter als wenn man einen fixen Job mit einem regelmässigen und nicht schlechten Einkommen hat. Aber wie gesagt, ich mache mir nicht gross Gedanken darüber. 

 

Die Idee hinter Openki ist, dass Bildung keine Kosten mit sich bringt. Es soll keine finanzielle Hürden geben, um Zugang zu Bildungsangeboten zu haben. Für einen Kurs kann zwar einen Preis angegeben werden, dieser ist allerdings nicht verbindlich. Dies soll Leuten zu Gute kommen, welche über keine oder wenige finanziellen Mitteln verfügen. 

Sein Name „Openki“ hat die Vernetzungsplattform vom russischen Wort für den Hallimasch-Pilz. Sein Myzel, welches mitverantwortlich für den Austausch verschiedener Pflanzen und Bäume ist, erstrickt sich über mehrere km2. Luca und die anderen Openkis haben dies eine schöne Metapher für Netzwerke gefunden und haben ihre Vernetzungsplattform daher Openki benannt.

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