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Freitag, 10. März 2017

Portrait #3: Über Arbeit und Freizeit mit Yael Anders und amedring

Yael Anders ist Mitgründerin des Modelabels amedring. Wenn sie nicht gerade für amedring arbeitet, studiert die 22-jährige an der ZHdK Vermittlung von Kunst und Design und arbeitet als unabhängige Designerin. In ihrem Atelier am Sihlquai 125 produzieren sie nachhaltige und faire  Fashion. Dort haben wir Yael bei einer Tasse Tee besucht, für ein Interview über ihre Arbeit und Freitzeit für unsere Blogserie zum Thema Arbeit 2.0:  

 

Wer seid ihr und was macht ihr so?

Wir sind fünf Freundinnen die zusammen das Label gegründet haben. Das Projekt ist vor allem durch Freundschaft entstanden und den Willen zusammen gemeinsam etwas zu realisieren. Bei amedring arbeiten wir hauptsächlich mit überproduzierten oder aussortierten Textilien, geben ihnen eine neue Form und wollen so nachhaltige Mode produzieren.

Wir kennen uns alle schon seit immer, sind zusammen aufgewachsen und organisieren und planen seit eh und je Vieles gemeinsam, wie Events und Filme.  Vor 5 – 6 Jahren, damals alle so um die 17, wollten wir ein Projekt, das uns alle verbindet und an dem wir gemeinsam arbeiten und uns weiterentwickeln können.  So fingen wir an irgendwelche Taschen zu bemalen – anfangs sogar noch mit Acrylfarben – woraus dann das Label  gewachsen ist. Wir kommen ursprünglich aus verschiedenen Bereichen. Malin ist gelernte Schneiderin und bringt so auch das notwendige Knowhow mit, vor allem auch dann, wenn es zu Fragen kommt, wie gewisse Materialien genäht und verarbeitet werden sollen.

 

Warum macht ihr das alles?

Weil es für uns alle sehr wichtig ist. Andererseits glaube ich daran, dass es so etwas wie amedring braucht. Denn der ganze Kleiderkonsum, wie wir ihn heute vorfinden, kann es nicht gewesen sein. Stattdessen braucht es ein Umdenken, von dem ich  meine, dass sich da zusehends und immer mehr was tut. Das heisst dann auch für uns, dass es immer einfacher wird, an entsprechende Materialien heran zu kommen und damit zu arbeiten. Die Leute finden das Konzept toll und unterstützen uns beim Sammeln. Sie sind dann oft auch ziemlich froh, wenn wir überflüssige aber eigentlich noch verwendbare Materialien einsammeln, da sie sie sonst wegwerfen müssten.

 

Gibt es Dinge die dich an deiner Arbeit stören?

Ich beschäftige mich mit vielen verschiedenen Projekten gleichzeitig, da ist es schwierig zu sagen, was mich an den einzelnen Sachen stört. Manchmal vielleicht, das es so viel Verschiedenes zur selben Zeit ist. Dann hätt ich zwischen durch mal lieber einen fixen Job und fertig! Es hilft mir aber, meine Zeit im Vorfeld einzuplanen und Prioritäten zu setzen. Das Zeitmanagement ist in meinem Fall essentiell, damit ich konzentriert und fokussiert am aktuellen Projekt arbeiten kann.

 

Was schätzt du an deiner Arbeit?

Die Vielseitigkeit schätze ich sehr, denn dann unterstützen sich die Projekte oft gegenseitig und du hast plötzlich eine Idee oder einen Input für ein anderes Projekt. Ich bin viel produktiver, wenn ich an vielen verschiedenen Dingen gleichzeitig arbeite. Ich unterscheide dabei auch nicht zwischen Arbeit und Freizeit. Für mich besteht das Leben nicht aus dieser Trennung sondern ist in sich eins.

 

amedring besteht aus Yael, Jeanine, Linda, Eva und Malin. Der Name amedring ist Schwedisch und bedeutet so viel wie „a mit o“ und beschreibt das visuelle Erscheinungsbild von amedring: å. Weiter steht es für die Kombination von nordischem Design, Fairness und Umweltfreundlichkeit. Kleider und Accessoires, die sie selber oder in Zusammenarbeit mit Züricher Schneiderstudios produzieren, werden auf ihrer Website und in ihrem Studioshop am Limmatplatz verkauft. Nebenbei ist amedring auch auf verschiedenen Märkten in Zürich vertreten.

 

 

 

 

 

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