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Mittwoch, 30. September 2015

Kleidertauschbörsen. Eine Manifestation des Nachhaltigkeitsgedanken.

Kleidertauschbörsen. Eine Manifestation des Nachhaltigkeitsgedanken.

Mit Nora Keller, Vorstand Walk in Closet, sprach Stef van Wieringen, Dynamo.

Was, wenn Sensibilisierung dazu führt, dass man seinen übervollen Kleiderschrank ausmistet und die selten oder nicht mehr getragenen Zeugen des übermässigen Konsums zum Tausch anbietet, anstatt mit neuer Kleidung einen wenig nachhaltigen Kreislauf weiter voranzutreiben? Genau diese Sensibilisierung und das Erlangen eines Bewusstseins ist das Ziel der Kleidertauschbörse Walk In Closet.

Was 2011 als schnell aufkeimendes Studienprojekt von Jennifer Perez mit der Unterstützung eines Vereins für Jugendförderung begann, ist mittlerweile gewachsen und trägt schon seine ersten Früchte. Dies unter anderem dank all den Freiwilligen, die den gleichen Gedanken vom Kleidertausch teilen. Heute koordinieren die jungen und engagierten Leute vom Walk In Closet zwei mal jährlich in mehreren Schweizer Städten den Event und betreiben die Sensibilisierungsarbeit zusammen mit der EvB (Erklärung von Bern). Das Grundprinzip ist seit jeher „Tauschen statt Kaufen“ und das Ziel die Sensibilisierung des übermässigen Konsums.

Dieses Wachstum, das sich auch über Altersgruppen hinweg ausgedehnt hat, hängt sicherlich mit dem Trend zu einem nachhaltigen Lebensstil zusammen. Zwar mag die unsrige Generation etwas orientierungslos sein. Ein Bewusstsein für nachhaltiges Verhalten hat sie jedoch. Dies zeigt sich auch an solchen Ansätzen wie die der ganzen Sharing Economy, die schlussendlich in die gleiche Richtung geht.

So identifiziert sich auch der Walk In Closet und sein Anliegen mit dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Grundgedanken wie „brauche ich das?“ oder „von wo kommen diese Kleider und wer stellt diese her?“ sollen gefördert werden.

Ziel der Börsen ist es also, dass die Besucher lernen, den Wert der Kleider einzuschätzen. Dies ist mitunter auch der Grund, wieso sie bei einem kleinen Beitrag für den Eintritt bleiben. „Denn sonst würde der Gedanke vermittelt, dass man noch mehr für noch weniger erhält“ so Nora. Auch soll es an der Börse nicht zu einem Hamstern von Kleidern kommen, sondern der Fokus soll darauf gerichtet sein, die Kleider im Umlauf zu behalten. Jedoch meint Nora weiter, dass es manchmal schwierig sei, diesen Grundgedanken zu vermitteln.

Der bisherige Erfolg der an verschiedenen Standorten aufblühenden Kleiderbörsen bewegt sie nun dazu, weitere und auch grössere Ziele zu verfolgen. Sei dies das Aufzeigen des wenig nachhaltigen Verhaltens der Akteure in diesem Kreislauf, die nachhaltige Sensibilisierung der Konsumenten oder das Sammeln von Spendenbeiträge sowie die Unterstützung von Hilfsprojekten.

Das Tauschen von Kleidern, „was in Familien- und Freundeskreisen schon länger Brauch ist, soll über diese Grenzen hinaus eine grössere Community bilden“, so Nora.

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