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Donnerstag, 19. November 2015

Foodsharing. Mit Teilen gegen Foodwaste.

Foodsharing. Mit Teilen gegen Foodwaste.

Mit Hanes Sturzenegger, Foodsharing, sprach Stef van Wieringen, Dynamo.

Foodsharing. Das Teilen von Lebensmitteln, die am Ende des Tages im Abfall, bestenfalls im Bioabfall landen würden. Für unseren zweiten Blogbeitrag zur Thematik der Nachhaltigkeit sprachen wir mit Hanes Sturzenegger, Kunstschaffender sowie Foodsaver und Botschafter bei Foodsharing.

Geht es beim Walk in Closet um das Tauschen, so geht es bei Foodsharing um das Teilen von Konsumgütern. Teilen statt wegwerfen. Teilen statt entsorgen. Es sind ein Drittel der Lebensmittel, die in der Schweiz im Abfall, statt auf dem Teller landen. Ein Drittel der zu viel produziert, verschwendet und schlichtweg vergeudet wird. Sozial gesehen, hätte man diese immense Menge besser und gerechter verteilen können. Ökologisch gesehen, hätte man sich diese absurde Menge sparen und die Umwelt so etwas entlasten können. Diese Verschwendung an Ressourcen ist im Grunde genau das Gegenteil dessen, was einem nachhaltigen Lebensstils entspricht. Klar. Denn ein solcher bedeutet auch, dass man als Konsument nicht mehr Lebensmittel kauft als man eigentlich braucht. Man sollte schliesslich nicht für die Tonne kaufen.

Fakt ist, es sind zum einen die Konsumenten und zum anderen die Produzenten und Verteiler, die grösstenteils für diesen unnötigen Verlust im Produktionsweg verantwortlich sind. An dieser Stelle soll aber der Frage nachgegangen werden, was man gegen diese Lebensmittelverschwendung machen und wie man als Konsument dem entgegenwirken kann.
Am Ende der ganzen Produktionskette kommen so die Foodsaver ins Spiel. Das Prinzip ist einfach. Diese holen die nicht mehr zum Verkauf gestellten Nahrungsmittel bei den Lebensmittelläden ab und bringen diese dann zu den, von ihnen eingerichteten „Fair-Teiler“. Verteilerstandorte in Form von öffentlich zugänglichen Kühlschränken. In der Stadt Zürich hat es derzeit zwei solcher Verteiler. Weitere sind in Planung. Wer auf Foodsharing angemeldet ist, bekommt dann per Mail ein Update über den nahrhaften Inhalt. Hanes meint hierzu, es habe etwas von „Jäger und Sammler“. Dies insofern man sich keine Gedanken darüber macht, was man am Abend kocht und noch einkaufen muss. Sondern, man kocht was man findet.
Durch diese Form von Teilen, erspart man sich die Ausgaben fürs Essen. So auch Hanes, „anstatt zu arbeiten um Geld fürs Essen zu verdienen, arbeite ich um Essen zu verdienen“. Es fehlt der am Monetären gebundene Konsum in dieser Kette.

Mittlerweile sind in Zürich 70 Foodsaver angemeldet, wovon 20 regelmässig die Verteilerkühlschränke mit vor dem Abfall geretteten Lebensmitteln füllen. Wie auch andere Bewegungen mit nachhaltigem Gedanken und Ideologien, so ist auch Foodsharing am wachsen und bildet ein immer grösser werdendes Netzwerk aus allen Bereichen und Altersgruppen.

Hanes erwähnt zum Schluss, dass viele Aspekte von Foodsharing immer wieder in seiner Arbeit vorkommen. Er hat auch schon oft Kochaktionen mit Foodsharing im Kontext der Kunst gemacht und Foodsharing bildet somit ein Arbeitsmaterial auf das er immer wieder zurückgreift.
Am Samstag 21. November wird Hanes zusammen mit Brigham Baker und Fidel Stadelmann an der Playpolis im Dynamo vertreten sein. Sie werden mit „Toast!“ eine Kombination zeigen von Nahrungsmittel in Form von Toast Sandwiches mit einer neu Interpretation eines Ausschnitts zum Ess-, Trink- und Schleckverhalten von der „Voyager Golden Record“.

Lasst uns weniger auf Vorrat Lebensmittel konsumieren und lasst uns mehr Jäger und Sammler sein.

 

 

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